Behandlungen
6 Min. Lesezeit
22. Januar 2026

Wann hilft Lymphdrainage? Anwendung und Wirkung erklärt

Lymphdrainage ist mehr als nur eine sanfte Massage. Diese spezielle Therapieform aktiviert das Lymphsystem und hilft bei Schwellungen, Ödemen und vielen weiteren Beschwerden. Wir erklären, wann sie sinnvoll ist und wie sie funktioniert.

Lymphsystem und Lymphdrainage

Was ist Manuelle Lymphdrainage?

Die **Manuelle Lymphdrainage (MLD)** ist eine spezielle Massagetechnik, die das Lymphsystem aktiviert und den Abtransport von Flüssigkeit aus dem Gewebe fördert. Anders als bei einer klassischen Massage arbeitet der Therapeut mit sehr sanften, rhythmischen Griffen.

💧 Das Lymphsystem – Ihr körpereigenes Reinigungssystem

Das Lymphsystem transportiert Flüssigkeit, Abfallstoffe und Immunzellen durch den Körper. Bei Störungen kann es zu Schwellungen (Ödemen) kommen. Lymphdrainage unterstützt dieses System und beschleunigt den Heilungsprozess.

Wie funktioniert Lymphdrainage?

Lymphdrainage Technik

Der Therapeut verwendet **vier Grundgriffe**, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind sanft, rhythmisch und folgen dem Verlauf der Lymphbahnen:

1. Stehende Kreise

Kreisende Bewegungen mit den Fingerspitzen, die die Lymphe in Richtung der Lymphknoten schieben.

2. Schöpfgriff

Sanftes "Schöpfen" der Haut, um tiefere Lymphbahnen zu aktivieren.

3. Pumpgriff

Rhythmisches Pumpen, besonders effektiv an Armen und Beinen.

4. Drehgriff

Drehende Bewegungen für größere Körperflächen wie Rücken oder Bauch.

⚠️ Wichtig

Lymphdrainage ist **keine klassische Massage**! Der Druck ist viel sanfter (etwa 30-40 mmHg) und die Bewegungen folgen einem speziellen System. Nur speziell ausgebildete Therapeuten dürfen Manuelle Lymphdrainage durchführen.

Wann hilft Lymphdrainage?

Lymphdrainage wird bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt:

1. Nach Operationen

Nach chirurgischen Eingriffen entstehen oft Schwellungen. Lymphdrainage beschleunigt den Heilungsprozess und reduziert Schmerzen. Besonders häufig nach:

  • Knie- oder Hüftoperationen
  • Brustoperationen (z.B. nach Brustkrebs)
  • Weisheitszahn-Entfernung
  • Unfallchirurgischen Eingriffen

2. Lymphödem

Ein Lymphödem entsteht, wenn das Lymphsystem nicht richtig funktioniert. Typische Anzeichen:

  • Dauerhafte Schwellung an Armen oder Beinen
  • Schweregefühl
  • Spannungsgefühl in der Haut
  • Eingeschränkte Beweglichkeit

3. Lipödem

Beim Lipödem kommt es zu einer krankhaften Fettverteilungsstörung, meist an Beinen und Armen. Lymphdrainage kann die Beschwerden lindern, auch wenn sie die Ursache nicht beseitigt.

4. Sportverletzungen

Bei Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen hilft Lymphdrainage, die Schwellung schneller abzubauen und die Heilung zu beschleunigen.

5. Chronische Erkrankungen

  • **Venöse Insuffizienz** (Krampfadern, "offene Beine")
  • **Rheumatische Erkrankungen** (zur Schmerzlinderung)
  • **Migräne und Kopfschmerzen** (durch Drainage im Kopf-Hals-Bereich)
  • **Fibromyalgie** (zur Entspannung)

Wie läuft eine Behandlung ab?

Lymphdrainage Behandlung
1

Vorbereitung

Sie liegen bequem auf der Behandlungsliege. Die betroffene Region wird freigelegt. Wichtig: Trinken Sie vorher ausreichend Wasser!

2

Behandlung

Der Therapeut beginnt immer am Hals (Basis-Behandlung), um die zentralen Lymphknoten zu aktivieren. Dann folgt die Behandlung der betroffenen Region mit sanften, rhythmischen Griffen.

3

Nachruhe

Nach der Behandlung sollten Sie 10-15 Minuten ruhen. Trinken Sie viel Wasser, um den Abtransport der Lymphe zu unterstützen.

⏱️ Behandlungsdauer & Häufigkeit

  • • **Dauer:** 30-60 Minuten (je nach Körperregion)
  • • **Häufigkeit:** 2-3x pro Woche bei akuten Beschwerden
  • • **Anzahl:** 6-12 Behandlungen sind üblich
  • • **Kosten:** Wird von Krankenkassen übernommen (mit ärztlicher Verordnung)

Wann sollte keine Lymphdrainage durchgeführt werden?

In folgenden Fällen ist Lymphdrainage nicht geeignet oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt:

  • **Akute Entzündungen** oder Infektionen
  • **Herzinsuffizienz** (dekompensiert)
  • **Thrombose** (frisch)
  • **Tumorerkrankungen** (ohne ärztliche Abklärung)
  • **Schilddrüsenüberfunktion** (unkontrolliert)
  • **Niereninsuffizienz**

💡 Tipps für zu Hause

Unterstützen Sie die Lymphdrainage-Behandlung mit diesen einfachen Maßnahmen:

  • ✓ Viel trinken (2-3 Liter pro Tag)
  • ✓ Beine hochlagern beim Sitzen
  • ✓ Kompressionsstrümpfe tragen (falls verordnet)
  • ✓ Regelmäßige Bewegung (Spazieren, Schwimmen)
  • ✓ Salzarme Ernährung
  • ✓ Übergewicht reduzieren

Lymphdrainage in Wangen

In unserer Praxis PhysioSigmanns führen wir Manuelle Lymphdrainage durch zertifizierte Therapeuten durch. Wir erstellen einen individuellen Behandlungsplan für Ihre Beschwerden und begleiten Sie auf dem Weg zur Besserung.

Quellen:

  • • Deutsche Gesellschaft für Lymphologie (DGL)
  • • Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK)
  • • Földi-Klinik - Zentrum für Lymphologie
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