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Atemerleichternde Ausgangsstellungen: Soforthilfe bei Atemnot

Drei bewährte Techniken, die Ihnen bei Atemnot sofort helfen

Veröffentlicht am 30. Januar 2026 | Lesezeit: 5 Minuten

Atemnot ist ein beängstigendes Gefühl, das bei verschiedenen Erkrankungen wie COPD, Asthma oder Herzinsuffizienz auftreten kann. In solchen Momenten ist es wichtig, Techniken zu kennen, die schnell Erleichterung verschaffen. Die folgenden drei Ausgangsstellungen helfen Ihnen, Ihre Atmung zu verbessern und Panik zu vermeiden.

Wichtiger Hinweis

Diese Ausgangsstellungen ersetzen keine ärztliche Behandlung. Bei plötzlicher, starker Atemnot rufen Sie bitte sofort den Notarzt (112). Die hier beschriebenen Techniken sind als Ergänzung zur ärztlichen Therapie gedacht.

Warum helfen diese Ausgangsstellungen?

Alle drei Stellungen haben ein gemeinsames Ziel: Sie entlasten die Atemmuskulatur und ermöglichen eine tiefere, effektivere Atmung. Durch das Abstützen der Arme wird der Schultergürtel fixiert, wodurch die Atemhilfsmuskulatur (vor allem der Brustmuskel) besser arbeiten kann. Gleichzeitig wird der Brustkorb geweitet, was mehr Raum für die Lunge schafft.

1. Der Kutschersitz

Kutschersitz - Atemerleichternde Ausgangsstellung

So geht's:

  1. 1

    Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder die Bettkante, die Füße stehen fest auf dem Boden.

  2. 2

    Beugen Sie Ihren Oberkörper leicht nach vorne.

  3. 3

    Stützen Sie Ihre Unterarme auf den Oberschenkeln ab oder lassen Sie die Arme locker zwischen den Beinen hängen.

  4. 4

    Atmen Sie ruhig durch die Nase ein und durch den leicht geöffneten Mund aus (Lippenbremse).

Wann besonders hilfreich?

Ideal, wenn Sie zu Hause oder unterwegs sitzen und plötzlich Atemnot verspüren. Auch nach körperlicher Anstrengung sehr wirksam.

2. Die Torwartstellung

So geht's:

  1. 1

    Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße etwa schulterbreit auseinander.

  2. 2

    Beugen Sie sich leicht nach vorne und stützen Sie Ihre Hände oberhalb der Knie auf den Oberschenkeln ab.

  3. 3

    Die Ellenbogen zeigen nach außen, der Rücken bleibt gerade.

  4. 4

    Atmen Sie ruhig und gleichmäßig, nutzen Sie die Lippenbremse beim Ausatmen.

Wann besonders hilfreich?

Perfekt beim Treppensteigen, nach schnellem Gehen oder wenn Sie unterwegs keine Sitzgelegenheit haben.

Torwartstellung - Atemerleichternde Ausgangsstellung

3. Die Wandanlehnung (Kutschersitz stehend)

Wandanlehnung - Atemerleichternde Ausgangsstellung

So geht's:

  1. 1

    Stellen Sie sich mit dem Rücken an eine Wand.

  2. 2

    Lehnen Sie sich mit dem oberen Rücken und dem Gesäß an die Wand.

  3. 3

    Stützen Sie Ihre Hände oberhalb der Knie auf den Oberschenkeln ab oder verschränken Sie die Arme locker vor dem Körper.

  4. 4

    Atmen Sie ruhig und konzentrieren Sie sich auf eine langsame Ausatmung mit Lippenbremse.

Wann besonders hilfreich?

Ideal, wenn Sie unterwegs sind und eine Wand, einen Baum oder ein Geländer zum Anlehnen finden. Gibt zusätzliche Stabilität.

Zusätzliche Tipps für den Notfall

Lippenbremse nutzen

Atmen Sie durch die leicht geöffneten Lippen aus, als würden Sie eine Kerze auspusten. Das verhindert, dass die Bronchien kollabieren und erleichtert die Atmung.

Ruhe bewahren

Panik verschlimmert die Atemnot. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und vertrauen Sie darauf, dass die Ausgangsstellung hilft.

Regelmäßig üben

Üben Sie diese Stellungen auch ohne Atemnot, damit sie im Ernstfall automatisch abrufbar sind.

Notfallmedikamente griffbereit

Haben Sie Ihre Notfallmedikamente (z.B. Asthmaspray) immer dabei und wenden Sie sie wie vom Arzt verordnet an.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Rufen Sie sofort den Notarzt (112), wenn:

  • Die Atemnot plötzlich und sehr stark auftritt
  • Sie bläuliche Lippen oder Fingernägel bemerken
  • Brustschmerzen oder Herzrasen hinzukommen
  • Die Ausgangsstellungen und Notfallmedikamente nicht helfen
  • Sie verwirrt sind oder das Bewusstsein verlieren

Fazit

Atemerleichternde Ausgangsstellungen sind einfache, aber hochwirksame Techniken, die Ihnen bei Atemnot schnell helfen können. Der Kutschersitz, die Torwartstellung und die Wandanlehnung sollten Sie kennen und regelmäßig üben. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung, sind aber eine wertvolle Ergänzung im Umgang mit Atemwegserkrankungen.

Wenn Sie häufig unter Atemnot leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten. In unserer Praxis bieten wir spezielle Atemtherapie an, um Ihre Atemtechnik nachhaltig zu verbessern.

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